PH Luzern - Pädagogische HochschulePädagogische Hochschule St. GallenHaute école pédagogique Vaud

Call for Papers

Call for Papers

Heterogenität – Diversité – Diversity

Als ein zentraler Auftrag von LehrerInnenbildungsinstitutionen gilt heute, die StudienabgängerInnen für einen konstruktiven Umgang mit den Chancen und Herausforderungen, welche die gesellschaftliche Vielfalt bietet, ‚fit’ zu machen. Aus der Perspektive der Inklusionspädagogik sowie der Antirassismus- / Friedenspädagogik soll erörtert werden, wie die chancengerechte Partizipation am Bildungserfolg für alle gewährleistet werden kann. Im Fokus stehen RepräsentantInnen sprachlicher, religiöser und kultureller Minderheiten, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und –phasen, sowie solche mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen und/oder Behinderungen. Als Grundsatzfrage stellt sich jene der (De-)Konstruktion von Differenz; in den konkreten Beiträgen soll diskutiert werden, wie in der LehrerInnenbildung der Umgang mit Vielfalt in Ausbildung, MitarbeiterInnenführung und (Hochschul-)Politik unterrichtet, behandelt, und gelebt wird.

  • Wie wird Heterogenität in den LehrerInnenbildungsinstitutionen (Universitäten / Hochschulen) vermittelt im Curriculum der Aus- und Weiterbildung?
  • Wie wird Heterogenität strukturell in den LehrerInnenbildungsinstitutionen umgesetzt? Gibt es Normen und Ziele zur Gleichstellungsförderung? Wie sieht der rechtlich-politische Handlungsrahmen in den einzelnen Ländern aus?

Mehrsprachigkeit – Plurilinguisme – Plurilingualism

Individuelle Mehrsprachigkeit als natürliche Folge gesellschaftlicher Heterogenität ist seit geraumer Zeit als wichtiges Bildungsziel anerkannt. An der International Week findet ein Austausch über zwei für die LehrerInnenbildung relevante Themen statt: der Begriff der Kompetenzen in verschiedenen Sprachen, sowie die Verbindung von sprachlichen mit interkulturellen Kompetenzen. Ein Schwergewicht bilden dabei Beiträge, welche reflektierte Praxis abbilden, also die Umsetzung forschungsbasierter Erkenntnisse in den LehrerInnenbildungsinstitutionen oder im Schulalltag:

  • Welche allgemeinen und berufsspezifischen Sprachkompetenzen sollen Lernende von Primar- bis Tertiärstufe erwerben? Wie werden die Standards definiert und gemessen? Werden auch Minderheiten- und Herkunftssprachen berücksichtigt, oder dominiert eine einsprachige Sichtweise (‘L1 + English only’)?
  • Wie wird das Fremdsprachenlernen mit dem Erwerb interkultureller Kompetenzen verknüpft – v.a. bei der Durchführung und Begleitung von Mobilitätsprojekten? Können Mobilitätserfahrungen die Einstellungen der Lernenden gegenüber gesellschaftlicher Heterogenität beeinflussen?
  • Wie gestalten die LehrerInnenbildungsinstitutionen ihre Mobilitätsprogramme im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Theorie, institutionellen Strukturen, und der Schulpraxis?

Internationalisierung der Lehrerbildung – Internationalisation de la formation des enseignants – Internationalization of Teacher Education

Die Forderung nach Internationalisierung und Interkulturalität hat längst auch die Hochschul- und speziell die Lehrerbildung erreicht. Ein konkretes Umsetzungsbeispiel unter anderen ist das Projekt PEERS, eine Kooperation von LehrerInnenbildungsinstitutionen in Afrika, Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika. Dabei werden die interkulturellen Kompetenzen angehender Lehrpersonen durch Austauschprojekte gefördert, bei denen sie mit Studierenden anderer Hochschulen über aktuelle bildungsrelevante Themen diskutieren, betreut von einem ebenfalls gemischten Dozierendenpool. Zudem gibt es auf Dozierendenebene Kooperationen aufgrund gemeinsamer Forschungsinteressen. Die International Week beitet ein Forum für Personen, die in PEERS oder anderen, vergleichbaren Projekten, tätig sind. Folgende Fragestellungen ergeben sich zum Thema:

  • Welche Erfahrungen aus dem PEERS-Projekt können aufgrund ausgewählter Fallstudien beschrieben werden? Wie profitieren angehende Lehrpersonen hinsichtlich ihrer Professionalität von der Internationalisierung der LehrerInnenbildung und von Projekten wie PEERS?
  • Kann das Modell PEERS auch auf andere Lehrerbildungsinstitutionen übertragen werden, und unter welchen Bedingungen? Welches sind die Herausforderungen bei Kooperationsprojekten wie PEERS? Wie kann die Nachhaltigkeit solcher Projekte gefördert werden, gerade in Zeiten, wo die Bildung durch Sparmassnahmen bedroht wird?